BDO-Workshops „Intonation von Zungenregistern"

BDO-Workshop „Intonation von Zungenregistern“ 11./12. Januar 2019 bei Fa. Roland Killinger GmbH in Freiberg am Neckar

Ein Bericht von Björn-Daniel Reich
 

Christoph Ulmer begrüßte uns als Gastgeber, Co-Referent und Beiratsmitglied des BDO. Als Hauptreferenten stellte er den Chefintonateur der Firma Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth GmbH, Reiner Janke, vor. Dieser machte sogleich den Vorschlag, dass wir uns alle duzen. Da wir als Kollegen einer kleinen Branche sowieso in einem Boot säßen und nun dasselbe Ziel hätten, wäre das doch der beste Weg. Er hatte Recht und damit auch direkt eine sehr schöne Atmosphäre des Lernens und Lehrens geschaffen.

Reiner Janke hat unglaublich viel Intonationserfahrung, die er sehr freudig und offen mit uns teilte; er betonte, selbst den größten Vorteil aus seinen Kursen zu ziehen. Als weiterer Fachmann kam Peter Fuchs hinzu, langjähriger Mitarbeiter bei Killinger. So waren wir elf Teilnehmer aus Sachsen, München, dem Rheinland, Schwaben und Werder an der Havel in allen Fachfragen gut betreut. Der Lehrling, kurz vor der Abschlussprüfung, saß neben dem „Altmeister“ mit über 30 Jahren Berufserfahrung und der Orgelbauer, der noch nie intoniert hat, sonst aber Allrounder ist, neben dem spezialisierten Intonateur. Diese Mischung förderte die supergute Stimmung und das überaus kollegiale Verhältnis. Dies spiegelte sich auch in der Vorstellungsrunde wider, die von drei Sätzen bis zum zehnminütigen Monolog reichte. Bei der Betriebsführung zeigte uns Christoph Ulmer so manche Fertigungstechnik. Jedem wurde klar, warum der Pfeifenbau ein eigener Ausbildungsberuf ist und bleiben muss. Firmengeheimnisse gab es für uns nicht, Fragen wurden ausführlich beantwortet, Türen geöffnet und Tipps und Tricks gezeigt.

Janke behandelte zuerst die drei unterschiedlichen Resonanzen der Zungenpfeife. Sogleich tauchten Fragen auf, die alle ausgiebig beantwortet wurden. Dabei kam es auch zu heißen Diskussionen zwischen den Fachkräften. Es waren mit die spannendsten Momente, denn es gibt selten den einen Weg zum Ziel… Überraschend war für viele die Herangehensweise bei der Intonation: Nicht über die Stimmung, sondern über den Bordunpunkt muss man beginnen. So sage es schon Dom Bédos, wie uns Reiner Janke wissen lies. Es folgten Erklärungen zu Zungenbiegung und Mensuren. Den Abend verbrachten wir im Hotelrestaurant bei gutem Essen und vielen Gesprächen mit regem Wissensaustausch.

Im praktischen Teil durfte jeder Teilnehmer eine Zungenpfeife aus der laufenden Produktion des Hauses neu intonieren: zuschneiden, biegen und ihr einen Ton (oder Geräusch) entlocken – Verzweiflung und großer Spaß lagen nahe beieinander. Jeder konnte auch Problemtöne aus seinem Berufsalltag mitbringen. – Ein komplettes Regal stellte das Fachwissen aller Beteiligten ziemlich auf die Probe. Zuerst war der Ehrgeiz von Reiner Janke geweckt, der nicht oft solche Zungentöne intoniert. Der Vermutung, Resonanzen in der kleinen Kanzelle sorgten für wackelnde Töne und unstabile Ansprache, wollten wir mit Auslässen begegnen. Die Biegung der Zunge sollte unschöne Nebengeräusche beseitigen. Den größten Erfolg brachte ein Entlastungsloch im Balg. Zungenintonation betrifft also oft das gesamte Instrument. Christoph Ulmer versorgte zwei absolut renitente Töne mit neuen Zungenblättern. Peter Fuchs fügte noch ein Röhrchen in die Kehle ein, welches die Becherlänge beeinflusste. Alles zusammen führte zu einem besseren Ergebnis – Beispiel für hervorragende Gemeinschaftsarbeit. Am Ende aber bleibt es ein Regal, bei dem schon mal ein Ton etwas wackeln darf. Die ehrlichsten Töne sind eben die einer Trompete…

Einhellige Meinung: Das Seminar hat sich gelohnt! Die Zusammenarbeit zwischen Kollegen ist immer sehr fruchtbar. Deshalb sollte man solche Begegnungen im Rahmen von Veranstaltungen im Berufsverband suchen und besuchen.

Björn-Daniel Reich


Workshop „Intonation von Zungenstimmen“ am 25./26. Januar 2019 bei Fa. Laukhuff in Weikersheim

Ein Bericht von Jörg Bente
 

Am letzten Wochenende im Januar fand im winterlichen Weikersheim ein Workshop zur Intonation von Zungenstimmen bei Fa. Laukhuff statt, zu dem zehn Teilnehmer kamen. Am ersten Tag führte Referent Rainer Janke die Teilnehmer in die Theorie der Intonation von Zungenstimmen ein, während am zweiten Tag praktische Versuche durchgeführt wurden. Fa. Laukhuff konnte mehrere Windladen zur Verfügung stellen, so dass ein paralleles Arbeiten aller Teilnehmer möglich war. Diese seltene Chance wurde für Vergleiche und allerlei Versuche genutzt: von verschiedenen Biegungen, unterschiedlichen Zungenstärken bis zur Beschwerung von Zungen.

Abgerundet wurde der Workshop durch eine umfassende Betriebsführung bei Fa. Laukhuff und eine reichliche Versorgung – hungern musste niemand! Bedanken möchte ich mich bei Fa. Laukhuff, die ihre Ressourcen für den Workshop zur Verfügung gestellt hat. Persönlich habe Ich mich über den offenen und freundschaftlichen Umgang unter den Kollegen zum Thema Zungenintonation gefreut und vermute, dass jeder Teilnehmer Gewinn aus diesem Workshop gezogen hat. Ich kann das jedenfalls für mich sagen!

Jörg Bente


Kurzbericht zum BDO-Workshop „Intonation von Zungenstimmen“

Ein Bericht von Marianne Kort
 

Gerne berichte ich über den zweitägigen Workshop zur Intonation von Zungenstimmen, der in der Firma Aug. Laukhuff GmbH & Co. KG abgehalten wurde. Reiner Janke informierte sehr informativ und strukturiert anhand mitgebrachter Zungenpfeifen über das Thema. Schon zu Anfang begann ein reger Austausch der Teilnehmer über ihre gesammelten Erfahrungen.

Die am ersten Tag erarbeitete Theorie wurde am folgenden Praxistag bei guten räumlichen Möglichkeiten sowie unter fachlich hervorragender Anleitung vertieft. Ein besonderer Höhepunkt der Führung durch die Firma Laukhuff war die Präsentation der dortigen Kino-Orgel.

Ich kann zur Teilnahme an einem solchen Workshop nur raten, da bei der umfangreichen Menge an Information sicher für jeden etwas Neues dabei sein wird.

Marianne Kort, Orgelbau Romanus Seifert & Sohn GmbH & Co. KG