Bericht der Mitgliederversammlung in Dresden 7.-9. April 2011

Ein Bericht von Frank Weimbs

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Die Arbeit hinsichtlich Organisation und Abwicklung von Aufträgen sowie das pulsierende Tagesgeschäft lassen oft keinen Freiraum, sich anderen wichtigen Aufgaben der Unternehmensführung, wie zum Beispiel der Unfallprävention, zu widmen. Eine Möglichkeit zur gesetzlichen Pflichterfüllung ist der doch recht kostspielige Einkauf externer Hilfestellung. Dieser Kostenproblematik und der damit verbundenen schwierigen Umsetzung bewusst, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit des „Unternehmermodells“ geschaffen.

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2001 ist es dem BDO zum ersten Mal gelungen, die erforderliche Schulung der entsprechenden Personen im jeweiligen Unternehmen durch unsere Berufsgenossenschaft zu organisieren. Nach zwischenzeitlich durchgeführten Ergänzungs- und Aufbauseminaren hat sich der BDO im vergangenen Jahr darum bemüht, ein erneutes Grundseminar für Neueinsteiger sowie und ein entsprechendes Aufbauseminar für die bereits geschulten Personen zu organisieren. Wie auch bei den vergangenen Seminaren war unsere BGETEM bereit, diese Schulung in der berufsgenossenschaftlichen Akademie in Dresden zu veranstalten. Die ca. 50 Seminarteilnehmer konnten kostenfrei in dem zum Komplex gehörenden modernen Akademiehotel übernachten. Eventuelle Begleitpersonen konnten für kleines Geld mitreisen. Die schöne Stadt Dresden als Veranstaltungsort legt nahe, den Aufenthalt zu verlängern, so dass, wie auch bei den vergangenen Seminaren, der BDO diese Schulung gemeinsam mit der jährlich wiederkehrenden Mitgliederversammlung organisiert hat.

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Da das eintägige Seminar in der Früh begonnen hatte, reisten die meisten Teilnehmer am Tag zuvor an. Sie nutzten so die Gelegenheit eines gemeinsamen Abendessens zum Treffen und Plauschen mit alten und neuen Kollegen. Der fast geschlossene Umzug in die Hotelbar entwickelte sich zu einem erfreuten Wiedersehenstreffen und geselligen Beisammensein mit Fachgesprächen der verschiedensten Art.

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In der Schulung am folgenden Tag wurde uns durch die Referenten, Prof. Dr. Andreas Mollberg und den technischen Aufsichtsbeamten ,Herrn Peter Sasse sowie der Ärztin, Frau Bonnemann an Hand von sehr anschaulichen und auf den Orgelbau speziell abgestimmten Beispielen gezeigt, wie wichtig und stellenweise auch einfach eine Unfallprävention sein kann.

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Die gesetzlichen Vorgaben an die Pflichten des Unternehmers werden immer genauer, demzufolge auch kontrollierbarer und diesbezügliche Verletzungen entsprechend immer besser verfolgbar. Die Folgen bei Nichterfüllung dieser Vorgaben können im Ernstfall je nach Schwere und Ursache des Unfalls weitreichende Konsequenzen für den Unternehmer bedeuten. In wie fern es sich bei diesen Gesetzen um eine Verlagerung der Verantwortung auf den Unternehmer handelt, ist schwer zu beurteilen. Fakt ist aber auf jeden Fall, dass durch die Schaffung von klaren Vorgaben einer Rechtsprechung im Streitfalle wenig Freiraum bleibt.

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Jeder der Teilnehmer musste sich bei den gezeigten Beispielen sicherlich auch mal an die eigene Nase fassen. Neben diesen Beispielen und den damit verbundenen Handlungshinweisen wurden die neuesten gesetzlichen Änderungen bei der Ersten Hilfe erläutert. Die ohnehin notwendige Schulung eines oder je nach Betriebsgröße auch mehrerer Mitarbeiter zum Ersthelfer kann daher nur dann von Nutzen sein, wenn auch diesen Personen die Teilnahme an den gesetzlich vorgeschriebenen Auffrischungslehrgängen ermöglicht wird.

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Schlagworte wie Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsanweisungen ließen auf Grund des bekannten Arbeitsaufwandes die Diskussionsbereitschaft ein wenig steigen. Die Vorstellung der von der BGETEM erstellten CD mit einer Vielzahl von fertigen Dokumenten und einem sehr praktischen Programm zur Erstellung der Gefährdungsbeurteilung zeigten aber dann die gute Hilfeleistung der BG. Zum Abschluß des Seminars erhielt jeder Teilnehmer ein Teilnahmezertifikat und obendrein noch 50,-- € als eine Art Aufwandsentschädigung. An dieser Stelle gilt unser ausdrücklicher Dank der BGETEM für die grundsätzliche Ermöglichung einer kostenfreien Schulung im Unternehmermodell im Orgelbauerhandwerk und der perfekten Umsetzung der ganzen Veranstaltung.

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Für die Begleitpersonen hatte der BDO ein attraktives Parallelprogramm organisiert. Zu Beginn konnte unter fachkundiger Führung das erst kürzlich eröffnete "Historische Grüne Gewölbe" im Dresdner Schloß besichtigt werden. Es handelt sich hierbei um die Rekonstruktion der bedeutenden Schatzkammer August des Starken (1670-1733). Vor verspiegelten Wänden auf vergoldeten Konsolen sind die bezaubernden Kunstwerke hier in barocker Inszenierung zu erleben. Das barocke Gesamtkunstwerk ist Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht. Schon damals präsentierte August der Starke seine Schätze einer ausgewählten Öffentlichkeit und begründete damit eines der ältesten Museen Europas.

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Anschließend ging es zur Andacht in die Frauenkirche. Der beeindruckende Kirchenraum sprach für sich. Die Führung durch die Kirche bot selbst für Wiederholer viel Interessantes. Das Mittagessen wurde dann im "Grand Café Coselpalais" eingenommen. Das 1765 errichtete Coselpalais zählt zu den bekanntesten Barockbauten der Elbestadt. Im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es in aufwendiger Rekonstruktion originalgetreu wieder aufgebaut. Zum Abschluß konnte noch ein kleiner Eindruck der Schätze des "Albertinum" gewonnen werden. Die Ausstellung umfaßt Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart und schlägt eine Brück zwischen Vergangenheit und Zukunft. Hinter den Kulissen des Museumsbetriebes werden Gemälde alter und neuer Meister restauriert. An dieser Stelle gilt Herrn Horst Jehmlich besonderer Dank. Er hat nicht nur das Parallelprogramm perfekt organisiert, sondern ausserdem der Gruppe auf den Wegen zu den verschiedenen Stationen eine interessante Führung geboten.

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Den Ausklang dieses Tages bildete dann wieder ein gemeinsames Abendessen im Sophienkeller des "Taschenbergpalais" in unmittelbarer Nähe zum Dresdner Schloss. Bei regionaltypischen Gerichten wie Dresdner Sauerbraten oder gar Quarkkeulchen zum Dessert zogen Musikanten und Handleser durch die Reihen. Das gesellige Beisammensein bot wieder viel Freiraum für Fachgespräche und Geschichten aller Art.

Den Abschluß der Tagung bildete unsere alljährliche Mitgliederversammlung.

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Neben Ausführungen zur allgemeinen wirtschaftlichen Situation und den Geschäftszahlen des BDO wurde die vom BDO in Auftrag gegebene und von Herrn Eberhard Rensch (Fa. Pleasant Software) programmierte Applikation für IPhone, IPod und IPad vorgestellt sowie die wichtige Datenpflege genau erläutert.

 

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Ebenfalls von Herrn Eberhard Rensch gezeigt wurde der ganz neue Konzertkalender auf der Internetseite des BDO, welcher automatisch aus der Datenbank der IPhone-Applikation mit den jeweiligen Konzertterminen gefüttert wird. Die Applikation des BDO wird weltweit regelmäßig heruntergeladen und zeigt wie wichtig es war, sich auf diesem Sektor zu engagieren. Eine weitergehende Öffnung dieser Applikation zur Dateneinpflegung für Nicht-BDO-Mitglieder soll nun genau geprüft und auf der nächsten Mitgliederversammlung entschieden werden.

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Ein weiteres Highlight war die zunächst nur den BDO-Mitgliedern vorbehaltene Vorstellung des geplanten Kinderbuches. Die gezeigten Illustrationen von Frau Ksenia Bönig fanden große Begeisterung und steigerten die Vorfreude auf den Erscheinungstermin. Die Stückzahlen auf der Vorbestellliste zu Subskriptionspreisen sprechen für sich.

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Nach dem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten sich die Teilnehmer und planten bereits das Wiedersehen auf der im kommenden Jahr stattfindenden Mitgliederversammlung im Rahmen der gemeinsam mit dem VOD organisierten Tagung im Raum Karlsruhe. Der Vorstand bedankt sich für die große Teilnahme an diesem Fortbildungsseminar und der Mitgliederversammlung. Er wünscht allen Mitgliedern gute Geschäfte und das nötige Durchhaltevermögen in der momentan schwierigen Zeit.

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Fotos: Thomas Jann, Frank Weimbs